Kiefernkreuzschnabel (Loxia pytyopsittacus)

Status: Meldepflichtig in der unteren Naturschutzbehörde! Kennzeichnungspflicht mit BNA- Ringen. Ringgröße: 3,5 mm.

Verbreitung: Der Kiefernkreuzschnabel ist in Skandinavien dem Baltikum und in Nord- Russland beheimatet. Er bewohnt dort bevorzugt, Kiefernwälder und gemischte Koniferenwälder.

 

Beschreibung: Die Größe beträgt ca. 17cm. Der Kiefernkreuzschnabel ähnelt in der Gefiederfärbung sehr dem Fichtenkreuzschnabel weshalb es sehr leicht zu Verwechslungen kommen kann. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der höhere, fast so hoch wie lange, Schnabel beim Kiefernkreuzschnabel. Junge Männchen zeigen im ersten Lebensjahr keine rote Gefiederfärbung. Sie ähneln sehr dem Weibchen, lassen sich aber meistens durch den fehlenden grauen Kehlfleck unterscheiden. Eine Rotfärbung lässt sich oft nur mit ausreichender Karotinversorgung erreichen.

Unterbringung: Eine große Freivoliere mit angebrachten Schutzraum ist für die Haltung und Zucht des Kiefernkreuzschnabels erforderlich. Diese sollte reichhaltig mit Kiefern- und Koniferenzweigen ausgestattet sein. Bei Mangel an Ästen werden die Holzteile der Voliere zernagt. Kiefernkreuzschnäbel sind gesellige Vögel und können außerhalb der Brutzeit vergesellschaftet werden. In meiner Voliere, mit einer Grundfläche von 5m x 1,5m und einer Höhe von 2,5m, sind die Kiefernkreuzschnabel mit je ein Paar Himalajagrünfinken und Maskendompfaffen untergebracht.

Ernährung: Ein Körnermischfutter aus verschiedenen Baumsämereien bildet das Grundfutter, welches je nach Jahreszeit von mir ergänzt wird. Das Grundfutter besteht aus verschiedenen Baumsämereien von Fichten,  Kiefern, Kardi, Sonnenblumen, Hanf, Perilla, Distel, Hanf usw. Ergänzt wird diese Mischung mit getrockneten Ebereschen und einen guten Waldvogelmischfutter für kleinere Gimpelarten. Zapfen von Fichten, Tannen und Kiefern werden zur freien Aufnahme bereitgestellt. Frische knospentragende Zweige von Koniferen und Obstbäumen, sowie verschiedene Beeren, werden ebenfalls angeboten.

Zucht: Kiefernkreuzschnäbel brüten hauptsächlich von Dezember bis Juni. Das napfförmige Nest, aus Reisig, Fasern und Moosen, wird von beiden Vögeln gebaut. Bei einen meiner Zuchtpaare habe ich die Erfahrung gesammelt, dass das Männchen mit dem Bau von mehreren Nestern beginnt, das Weibchen aber den geeigneten Nistplatz auswählt. Die Fertigstellung und Auspolsterung des Nestes mit feinem Nistmaterial übernimmt das Weibchen. Gelege bestehen meist aus 3 - 4 Eiern, die vom Weibchen 13 - 14 Tage bebrütet werden. Während der Brutzeit und der ersten ca. 8 Lebenstage der Jungen wird das Futter vom Männchen an das hudernde  Weibchen weitergegeben. Beringt werden die Jungen im Alter von 5 - 6 Tagen. Sind die Jungen ungefähr eine Woche alt, werden sie von beiden Elternvögel versorgt. Nach einer Nestlingszeit von etwa 16 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Selbstständig sind die Jungvögel nach meiner Einschätzung erst nach ca. 4 - 6 Wochen. Meistens zwei Bruten im Jahr. Die Jungvögel von der ersten Brut hatte ich bei der zweiten Brut nicht von den Altvögeln getrennt. Kommt es jedoch zu einer dritten Brut, müssen die Jungen der ersten Brut von dem Zuchtpaar getrennt werden. Da diese von den Altvögeln nicht mehr gefüttert werden. Aus Futterneid wurden bei mir die Nestlinge von den bereits selbständigen Jungvögeln aus dem Nest geworfen. Nach Beginn der vierten Brut, habe ich alle Jungvögeln vom Zuchtpaar getrennt.

 

Copyright-Informationen.
Verfasser des Berichtes: Windorfer Klaus
Bildmaterial: Windorfer Klaus
Bei Fragen und Unklarheiten wenden Sie sich bitte an: [cardueliden@gmx.de