Himalayakreuzschnabel(Loxia  curvirostrahimalayensis)

Status: Meldepflichtig in der unteren Naturschutzbehörde !  Kennzeichnungspflicht mit BNA-Ringen.  Ringgröße: 3,0 mm.

Systematik:
Familie:
Carduelidae
Gattung: Loxia
Arten: 3 - curcirostra (  Fichtenkreuzschnabel ), -pytyopsittacus  (Kiefernkreuzschnabel),
- leucoptera ( Bindenkreuzschnabel ).
Beschriebene Art: -curvirostra -  Fichtenkreuzschnabel.
 Unterarten: - 21- curvirrostra, scotica,  corsicana, poliogyna, balearica, guillemardi,
mariae, altaiensis, tianschanica, japonica,  himalayensis, meridionalis, mesamericana  luzoniensis, pusilla, sitkensis,  bendirei, minor,  benti, grinnelli, stricklandi;
Beschriebene Unterart: - himalayensis.

Verbreitung: Vom nördlichen Himalaya bis ins nordwestliche  Indien über Assam, Bhutan, Nepal, Sikkim und  südöstliches Tibet.
Lebensraum: Der Himalayakreuzschnabel  bewohnt vorzugsweise Waldungen mit  überwiegenden Bestand von Fichte, Lärche und  Tanne.
Lebensweise: In seinem Herkunftsgebiet streift der Himalayakreuzschnabel ähnlich  unserem heimischen Fichtenkreuzschnabel invasionsartig  umher
.

 

Brutbiologie: Die Brutbiologie des Himalayakreuzschnabels dürfte mit der Nominatform
übereinstimmen und liegt ebenfalls in den Wintermonaten.
Die Gelegegröße bewegt sich zwischen 3 und 4 Eiern, die Brutdauer  beträgt 14 Tage
und die Nestlingszeit liegt zwischen 18 und 22 Tagen.

Kennzeichen: Der  Himalayakreuzschnabel unterscheidet sich von unserem  Fichtenkreuzschnabel in erster Linie durch die weitaus geringere  Körpergröße. Der Schnabel ist relativ lang, schlank und wesentlich stärker überkreuzt als bei der Nominatform. Die Gefiederfärbung ist  im allgemeinen dunkler, d. h. die Flügeldecken und der Rücken sind  schwarz, die Kopfplatte ist ebenfalls schwarz. Das rot bei dem 1,0 geht  bis ins dunkle Kirschrot, das 0,1 kann vom dunklen oliv bis ins  verwaschene braun gehen. Der Gesang liegt zwischen dem des  Fichtenkreuzschnabels und dem des Bindenkreuzschnabels, wird aber viel  häufiger vorgetragen und ist sehr angenehm anzuhören.

Körperlänge: 13 bis14 cm (  Fichtenkreuzschnabel 16 - 17 cm )
Flügellänge: 7,7 - 8,8 cm ( Fichtenkreuzschnabel 9,1 - 10 cm )

Haltung: Der Himalayakreuzschnabel ist genau so problemlos in der  Eingewöhnung und der Haltung wie der Fichtenkreuzschnabel und stellt  auch in etwa die gleichen Anforderungen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, daß das Grundfutter nicht zu Fett ist.

Unterbringung: Der  Himalayakreuzschnabel kann bereits in größeren Flugkäfigen ab etwa einem Meter untergebracht werden, wobei aber meiner Meinung nach die  Haltung in einer Voliere vorzuziehen ist. Meine Himalayakreuzschnäbel  sind außerhalb der Zuchtzeit zusammen mit 2,2 Bindenkreuzschnäbel,  sowie einigen einzelnen Cardueliden, welche ich als Zuchtreserve halte,  in einer Voliere mit den Maßen 4m x 2,5m x 2,2m untergebracht. Die  Voliere ist von 3 Seiten geschlossen und ganzflächig überdacht. Ausgestattet ist die Voliere mit reichlich frischen Ästen von Fichte, Tanne, Lärche und Kiefer, welche regelmäßig erneuert werden. Die  Äste eignen sich ganz hervorragend als zusätzliche und vor allem auch  als gesunde Nahrungsquelle, wobei sie die Nadeln, die Rinde und das Harz sehr gerne verzehren. Die Äste dienen noch in gleicher Weise als Schlafplatz wie auch als Turngerüst an dem sie ihre Kletterkünste voll zur Geltung bringen können. Auch können die Kreuzschnäbel ihren mehr  oder weniger starken Nage- und Schältrieb daran abreagieren. Sollten zu  wenig frische und geeignete Zweige zur Verfügung stehen wird mit  großer Sicherheit die Voliere darunter leiden, da dann jede Holzfaser,  welche von einem Brett oder einem Balken absteht, bearbeitet wird und  wobei man dann auch sehen kann welch ein kräftiges Werkzeug der  Schnabel von so einem kleinen Vogel sein kann. Der Bodenbelag besteht  aus einer ca. 10 cm dicken Fichtennadelstreu, welche ich etwa alle 2  Monate erneuere. Diese Fichtennadelstreu hat gegenüber normalen  Vogelsand verschiedene Vorteile, wie z. B. das Miteinbringen von kleinen  Kerbtieren, oder die Versorgung mit natürlichen Mineralstoffen.

Ernährung: Außerhalb der  Zuchtzeit bekommen meine Himalayakreuzschnäbel eine Futtermischung der  Fa. Zoo- & Kleintierbedarf Windorfer . Die Mischung setzt sich wie  folgt zusammen : ca.50 % Waldvogelfutter, 20 % Fichte fein, 10 %  Wildsamen, 5 % Tauben - Diätfutter, 5 % Hanf und je 5 %  Sonnenblumenkerne weiß und gestreift.
Die Zapfen von verschiedenen Nadelbäumen sollten auf keinen Fall  fehlen. Sie können den Kreuzschnäbeln in jedem Reifestadium angeboten  werden. Zur besseren Samenausbeute schneide ich die Zapfen ( außer die Zapfen der Lärche und der Kiefer ) zweimal der Länge nach durch.  Weiter biete ich den Kreuzschnäbeln auch Zapfen an, welche noch ganz  sind. Diese werden von mir mit einem Bohrer quer durchbohrt und dann zu mehreren an einem dünnen Basteldraht unter dem Volierendach  aufgehängt. Auf diese Weise finden auch die Zapfen, welche keine Samen  mehr beinhalten auch noch gute Verwendung, denn die so hängenden und  schaukelnden  Zapfen werden sehr gerne zernagt und dienen den  Kreuzschnäbeln obendrein noch als optimale Aussichts- und Ruhepunkte.
Ebereschenbeeren getrocknet und frisch, Feuerdorn, Sanddorn und  Ligusterbeeren oder Äpfel werden  ebenfalls gerne aufgenommen. Im Herbst  werden anstatt der Zapfen dann frische noch weiche Maiskolben auf  gleiche Art und Weise an einem Draht aufgehängt. Salatgurken aus dem eigenen Garten werden den ganzen Sommer über angeboten und  auch gerne angenommen. Aus  frischen Gräsern machen sich meine Himalayakreuzschnäbel nicht allzu viel, dafür wird die Rinde von verschiedenen Gehölzen wie Haselnuss, Birke  und besonders die der Weide abgeschält und  verzehrt. Vogelgritt sollte  stets zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Alle 4 Wochen wird eine  3-tägige Kur mit Vierrindentee gemacht, diese Teekur dient der  Vorbeugung gegen Befall von Parasiten wie Würmern  und Kokzidien.  Wöchentlich einmal wird ein Multivitamin Präparat über das  Trinkwasser verabreicht. Da bei den Himalayakreuzschnäbeln der  Badedrang sehr groß ist, sollte laufend frisches Badewasser zur Verfügung stehen.


Zucht: Im September 1994 bekam  ich von einem mir bekannten Kreuzschnabelzüchter
1,1 Himalayakreuzschnäbel welche wie er sagte gut harmonieren und im  Vorjahr bereits ein Nest gebaut  hatten und welche er aus Platzgründen  abgeben müßte. Ich setzte das Paar erst einmal      ( so wie alle meine  Neuzugänge ) zur Beobachtung und bei evtl. Krankheit um meinen Bestand  nicht zu gefährden in eine Flugbox. Die Himalayakreuzschnäbel machten einen  ausgezeichneten Eindruck. Nach zwei Tagen hatte das 1,0 bereits seinen  wohltönenden Gesang vorgetragen. Nach ca. 1 Woche setzte ich die  Himalayakreuzschnäbel dann zu den  anderen Kreuzschnäbeln in die  Gartenvoliere um, in welcher sie sich auch sichtlich wohl fühlten. Ende  Oktober setzte ich dann alle meine Kreuzschnäbel paarweise in die  einzelnen Zuchtvolieren ein. Die  Zuchtvolieren in welche ich meine  Himalayakreuzschnäbel einsetzte, ist 2,5m lang, 1,5m breit und 2m hoch.  Weiter ist die Voliere überdacht und von 3 Seiten geschlossen. Die  Voliere war mit reichlich  Koniferenzweigen und ebenfalls mit  Tannenadelstreu als Bodenbelag ausgestattet. Des weiteren wurden einige  Volierennester in verschiedenen Höhen angebracht. Auf den Boden stellte  ich einen morschen Baumstumpf,  welcher zu jeder Zeit ausgiebig benagt  wurde. Zu meiner Enttäuschung stellte sich dann nach einiger Zeit  heraus, daß dieses Paar Himalayakreuzschnäbel nicht harmonierte. Da  bei den Himalayakreuzschnäbeln  anscheinend das gleiche Problem mit der  Partnerfindung besteht, wie bei den anderen Kreuzschnabelarten sah ich  die einzige Möglichkeit von dieser doch relativ selten gehaltenen  Unterart des Fichtenkreuzschnabels  Nachzucht zu erzielen darin, mir ein  zweites Paar davon anzuschaffen. Da ich wußte, daß der Züchter von  dem ich das erste Paar bezog noch ein zweites Paar hatte, suchte ich Ihm  erneut auf. Nach dem ich ihm von  meinem Problem erzählte, teilte er mir  mit, daß sein Paar auch nicht so recht harmonierte und er überließ  mir nach langem zureden dann dieses
zweite Paar Himalayakreuzschnäbel. Wieder zu Hause angekommen setzte   ich sie dann ebenfalls zur Beobachtung in eine Flugbox. Da auch dieses  Paar keinen Eindruck auf Krankheit machte setzte ich es nach 5 Tagen (  mittlerweile war es schon Ende November ) zu dem ersten Paar in die   Zuchtvoliere um. Zu meiner Freude konnte ich noch während ich in dieser  doch eher kleinen Voliere stand sehen, wie sich sofort das 1,0 vom 1.  Paar und das 0,1 vom zweiten Paar fütterten und sich anbalzten. Ich   nahm darauf hin die anderen beiden Vögel heraus und setzte sie  ebenfalls alleine in eine Voliere mit etwa gleicher Größe und  Ausstattung ein.
Bei dem Paar, welches sichtlich gut harmonierte, lief die Balz  sozusagen  auf Hochtouren. Dieses machte sich zum einen durch den lauten und lang  andauernden Gesang des 1,0 bemerkbar. Auch das 0,1 hat sehr häufig  ihren Gesang, welcher nur leiser war und nicht so rein geklungen  hat  vorgetragen. Ab dem 10. Dezember wurde dann begonnen Nistmaterial  rumzutragen und anscheinend nach dem richtigen Nistplatz zu suchen. Das  Weibchen ließ sich von nun an regelrecht vom Männchen mit Futter   versorgen. D.h. sobald das 1,0 in die Nähe des 0,1 kam, nahm dieses  eine geduckte Haltung ein, fing an mit den Flügeln zu schlagen und  ließ dann Jungvogelartige Bettellaute ertönen, worauf dann das  Männchen  sogleich mit der Futterübergabe begann. Das andere Paar  wirkte dagegen eher träge. Sie haben sich zwar sporadisch gefüttert  und das 1,0 hat auch fleißig gesungen, auch wurde gelegentlich mit  Nistmaterial  rumgezogen, wobei es aber dann auch blieb. Da sich an dem  Verhalten dieses Paares während der ganzen Zuchtzeit nichts mehr  änderte, werde ich in diesem Bericht nicht mehr näher darauf eingehen  und nur noch von dem  harmonierenden Paar berichten. Am 18. 12. 1994  wurde dann, nach dem ein geeigneter Nistplatz gefunden wurde, mit dem  Nestbau begonnen. Das Nest wurde freistehend in einem Kiefernzweig dicht  unter dem Dach  erstellt. Als Nistmaterial wurden für den Rohbau  verschieden lange und unterschiedlich dicke, trockene Grashalme  verwendet. Für den Nestausbau wurde Kokosfaser, Scharpie und Sisal  genommen. Für die Auspolsterung  fanden feine Tierhaare und Watte ihre  Verwendung. Vom Anfang bis zur Fertigstellung des Nestes vergingen über  3 Wochen. In den letzten 5 Tagen vor der Eiablage wurde dem Nest absolut  keine Bedeutung mehr  geschenkt, so daß ich schon Zweifel an einer  ernsten Zuchtabsicht hatte. Am 15. 01. 1995 war es dann doch so weit,  und das erste Ei lag im Nest und das Weibchen wurde nur noch  gelegentlich in der Voliere gesehen.  Von diesem Tag an wurde vom  Männchen sehr laut und heftig geschimpft nach dem ich die Voliere  betrat. Ab dem 2. Ei hat dann das 0,1 das Nest nur noch verlassen um  sich zu entleeren. Jetzt konnte ich das Männchen  sehr häufig dabei  beobachten, wie es das Weibchen auf dem Nest fütterte. Bei einer  Nestkontrolle die ich am 28.02.95 machte als das Weibchen um sich zu  entleeren das Nest verließ, stellte ich fest, daß bereits  ein  Jungvogel geschlüpft war und noch 3 Eier im Nest lagen. Am 29.01. waren  dann zwei weitere Junge geschlüpft, das 4. Ei war unbefruchtet. Die  Jungen sind dünn mit Flaum bewachsen und haben eine schwärzliche Haut.

Ernährung während Aufzucht: Zur  Aufzucht wurde zusätzlich zu oben erwähnten Futterangebot die  Futtermischung "Kreuzschnabel 2 für kleinere Kreuzschnäbel"  von der Fa. Blattner verfüttert. Weiter wurde jetzt Quiko  Aufzuchtfutter für Waldvögel angeboten, welches sehr gerne genommen  wurde. Täglich bekamen meine Himalayakreuzschnäbel      4 Samentragende Fichtenzapfen, die ich vierteilte . Eine Hand voll  Lärchenzapfen wurde ebenfalls täglich gereicht. Nicht fehlen dürfen  frische Zweige und Knospen von den verschiedensten Gehölzen. Da zu  dieser Zeit die Temperatur tagsüber bei minus 10 Grad und Nachts bis  annähernd 20 Grad minus lag habe ich zusätzlich zum Trinkwasser eine  Schale mit Schnee in die Voliere gestellt um für ausreichend  Flüssigkeit zu sorgen, falls das Trinkwasser einmal gefroren war. Die  große Kälte haben die Jungen Kreuzschnäbel im Nest ohne Schaden  überstanden, was der optimalem Versorgung des Weibchens auf dem Nest  durch das Männchen zu verdanken ist. Am 02.02.95 habe ich die 3 Jungen  Himalayakreuzschnäbel mit 3mm Ringen beringt, welches auch problemlos  geduldet wurde. Bei jeder Nestkontrolle mußte ich das Weibchen vom Nest  herunter heben und es ging sofort wieder ins Nest, nach dem ich die Hand  davon weg-genommen hatte. Die Jungen waren zu jedem Zeitpunkt bestens  mit Futter versorgt, wie ich an den prall gefüllten Kröpfen sehen  konnte. Jetzt hatte das Weibchen tagsüber das Nest schon mal für  längere Zeit verlassen um selber Futter aufzunehmen. Das Männchen  verlor in dieser Zeit jegliche Scheu vor mir und holte sich frisch  aufgeschnittene Zapfen direkt aus meiner Hand. 10.02. - die Jungen haben  bereits ein geschlossenes Federkleid und es wird eng im Nest.
Am 19.02. haben dann die 3 Jungen das Nest verlassen, waren aber noch  sehr tolpatschig was das Fliegen anbelangte. Nachdem die Jungen  abgeflogen waren, wurde auch gleich wieder mit dem neuen Nestbau  begonnen.  Nun wurde als Nistplatz ein Volierennest mit Kokoseinleger  ausgewählt, auch ging es diesmal bedeutend schneller als beim ersten  Mal. 26.02. - die Jungen können nun schon gut und zielstrebig fliegen.  Am 03.03. lag  bereits das erste von drei Eiern des zweiten Geleges im  Nest. Für das Männchen beginnt jetzt eine harte Zeit, da es nun die 3  Jungen und das brütende 0,1 alleine versorgen muß. Jetzt am 04.03.  kann man bereits  eine leichte Schnabelkrümmung bei den Jungen erkennen,  sie sitzen auch schon am Futternapf und nehmen selbständig etwas Futter  auf, was man aber auf keinen Fall als Selbständigkeit ansehen darf, da  dieses noch  einige Zeit dauern wird. 12.03. - die Jungen werden  beobachtet wie sie an den am Boden liegenden Fichten- und Lärchenzapfen  knabbern. 16.03. - die Jungen werden trotz heftigen betteln nur noch  spärlich vom  Männchen gefüttert. Der Schnabel ist jetzt bereits  deutlich über Kreuz und nur noch an den Spitzen gelb, die endgültige  Form und Härte wird aber erst in einigen Wochen erreicht sein. 17.03.  die Jungen nehmen jetzt  genügend Futter und Wasser auf und können nun  als selbständig betrachtet werden. Ich entschloß mich aber dennoch die  Jungen bei den Eltern zu lassen, da Sie doch noch ab und zu vom  Männchen gefüttert wurden und  auch keinerlei Streitereien zwischen  Altvögel und Jungvögel bemerkt wurden. Bei einer Nestkontrolle am  19.03. stellte ich fest, daß bereits wieder drei Junge geschlüpft  waren. Nach einer weiteren Nestkontrolle am  23.03. mußte ich  feststellen, daß nur noch ein junges im Nest war, die anderen beiden  fand ich tot am Boden. Noch am selben Tag wurden die Jungen dann von den  Eltern getrennt, da ich der Meinung war, daß sie am  Tod der beiden  Jungen nicht ganz unschuldig waren. Sie kamen in eine Voliere mit den  Maßen 3m x 1,5m x 2m. Diese Voliere war ebenfalls mit reichlich  frischen Koniferenzweigen ausgestattet. In einen  ausgedienten  Ausstellungskäfig wurden täglich frische Fichten- und Lärchenzapfen  gelegt. Diese Methode hat den Vorteil, daß sich die Jungen bereits von  klein auf an den Ausstellungskäfig gewöhnen können. Am  24.03.  beringte ich das noch übrige Junge mit einem 3 mm Ring. 28.03.96 -  obwohl der Junge im Nest noch lange nicht flügge ist, beginnen die  Eltern bereits wieder mit einem erneuten Nestbau. Der Junge aus  der  zweiten Brut verließ dann am 06.04. das Nest und am 07.04. lag das  erste Ei des dritten Geleges im Nest. Am 23.04. sind 3 Junge geschlüpft  die ich am 30.04. beringen konnte. Der Jungvogel aus der Vorbrut  wurde  bestens versorgt und stand kurz vor dem selbständig werden. Leider  wurde von den 3 Jungen aus der dritten Brut nur ein Junges aufgezogen,  die anderen beiden wurden nur unzureichend mit Futter versorgt  und  gingen kurz nach der Beringung ein. Der noch übrige Junge hat am 12.05.  das Nest verlassen und wurde zusammen mit seinem Geschwister aus der  zweiten Brut großgezogen. Der Jungvogel aus der zweiten Brut wurde  auch  nach dem Selbständigwerden nicht von den Eltern getrennt, da diese sich  sowieso nur um 2 Junge zu kümmern hatten. Noch bevor das Junge aus der  dritten Brut Selbständig war setzte bei den Eltern die Mauser ein  und  beendete somit mit natürlicher weise die Zuchtsaison bei meinen  Himalayakreuzschnäbeln.

Schlußbemerkung: Der  Himalayakreuzschnabel ist Dank seines lustigen, ruhigen und sehr  zutraulichen Wesen ein liebenswerter Volierenbewohner. Seinen Gesang  läßt er sehr häufig ertönen und ist sehr wohlklingend. Er ist sehr  robust und ausdauernd, stellt keine besonderen Ansprüche in der Haltung  und ist anderen Voliereninsassen gegenüber friedlich. Im Gegensatz zu  seinen größeren Verwanden verursacht er nur geringfügigen Schaden an  der Volieren- einrichtung durch seinen Nagetrieb.

Artenschutzrechtliches: Da es sich  bei dem Himalayakreuzschnabel obwohl er nur in Asien vorkommt um ein  Unterart unseres einheimischen Fichtenkreuzschnabels handelt, unterliegt  er den gleichen Gesetzlichen Bestimmungen des Artenschutzes wie dieser.

Litaraturnachweis: Dr. Hans  Classen & Karlheinz Massoth: Handbuch der Cardueliden Teil 2 Peter  Clement, Alan Harris & John Davis: Finches and Sparrows

Noch eine Besonderheit zum Schluß: Es ist nun der 11. September und ich bin gerade dabei diesen Bericht zu  schreiben. Mein Zuchtpaar Himalayakreuzschnäbel ist jetzt in einer  großen Gemeinschaftsvoliere zusammen mit allen meinen anderen  Kreuzschnäbeln untergebracht. Vor einigen Tagen sah ich wie sich Hahn  und Henne fütterten und sich sichtlich anbalzten. Das Männchen sang  sehr ausdauernd und laut, auch wurde ein bestimmter Bereich der Voliere  gegenüber anderen Kreuzschnäbel verteidigt. Am 01.09. sah ich die  Henne mit Nistmaterial im Schnabel offenbar nach einem geeigneten  Nistplatz zu suchen. Am 05.09. war das Nest,
welches in einem Kaisernest erbaut wurde fertig und am 07. 09. lag  bereits das erste von vier Eiern im Nest. 10.09. das Weibchen brütet  nun sehr fest und wird vom Männchen auf dem Nest mit Futter versorgt.

Fazit: Da dieses Paar bis fast Ende Mai in der Zucht stand und  dann nur eine 3- Monatige Ruhepause durchmachte, ist es für mich eine  Besonderheit, daß sie nun schon wieder mit der Zucht beginnen. Ob dann  diese Brut letztendlich einen Zuchterfolg mit sich bringen wird, kann  ich jetzt zwar noch nicht sagen, aber allein die Tatsache, daß solche  Vögel in dieser Jahreszeit zur Zucht schreiten ist im gewissen Sinne  ein Erfolg, welcher nicht zuletzt auf eine ausgewogene Haltung  zurückzuführen ist.

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Verfasser des Berichtes: Rainer Knödlseder
Bildmaterial: Rainer Knödlseder
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